20 Juni 2019, 00:53:07

Autor Thema: CoS Traffic Marking versus Filtering  (Gelesen 659 mal)

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OlafG

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CoS Traffic Marking versus Filtering
« am: 19 Oktober 2018, 12:42:16 »
Hallo,

ich habe eine Frage zum Thema CoS und hier speziell was die technisch richtige Beschreibung wäre.

Am Ciso Router (WAN) wurde für eine Class of Service (CoS) Nutzung unter anderem eine Klasse für Video Traffic eingerichtet.
Nun würde ich gerne den Traffic von einer bestimmten IP Adresse (sagen wir mal 1.2.3.4) so markieren lassen, dass deren Pakete in der bereits eingerichteten "Video Klasse" über das WAN transportiert werden.

Was ist nun der richtige Fachbegriff?
Findet hier eine CoS Traffic Markierung oder eine Filterung des Traffics statt?
Gibt es irgendwo dazu weitere Informationen (z.B. auf der Cisco Homepage)?

Ich hoffe ich konnte es verständlich beschreiben.

Vielen Dank.

Joe

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Re: CoS Traffic Marking versus Filtering
« Antwort #1 am: 19 Oktober 2018, 13:48:12 »
Da hast du dir ja das einfachste Thema rausgesucht.
Generell hast du jetzt einige Begriffe in den Raum geworfen. Wichtig ist, dass QoS keine Technologie ist, sondern ein Überbegriff von einer ganzen Menge von unterschiedlichen Methoden.
Diese Methoden können einzeln oder zusammen auf ein oder mehreren Netzwerkkomponenten eingesetzt werden - je nach Strategie und globalem Konzept.
Siehe auch https://www.cisco.com/c/en/us/td/docs/ios/12_2/qos/configuration/guide/fqos_c/qcfintro.pdf

Ganz grob, kann man das Ganze in diese drei Blöcke einteilen:
Classification
WAS für Traffic interessiert mich bezüglich QoS? Wie identifiziere ich den Verkehr den ich irgendwie behandeln will (z.B. Layer-3 [IP], Layer-4 [tcp/udp Port Nummern] oder vorhandene Markierungen oder eine Kombination, oder oder oder).
Sobald ich weiß welcher Verkehr mich wie interessiert und wie ich diesen identifizieren kann, muss man den Verkehr (das Paket oder den Frame) markieren.

Marking
Man überlegt sich eine Markierung für eine gewisse Traffic Klasse. Was in der Markierung steht ist liegt bei dir und kann frei verwendet werden.
Aber es empfiehlt sich an Standards und common-practices zu halten was die Markierung an geht.... z.B. gibt es für Voice eigentlich schon globale Festlegungen an die man sich halten sollte.
Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten ein Paket zu markieren:
Auf Layer-2 oder auf Layer-3.
Layer-2 Markings: Class-of-Service (CoS), User Priority (UP) 802.11e ....
Layer-3 Markings: ToS, DSCP, IP precedence ...

Wichtig ist folgendes:
Layer-2 Markings stehen ausschließlich in einem Feld des 802.1Q (Trunk) Headers - sprich über einen Routed Link oder Access hast du KEINE Layer-2 Markings - also auch kein CoS.
Layer-3 Markings stehen ausschließlich im ToS Feld des IP Headers.

So - was nimmt man jetzt? -> It depends!
Ich persönlich verwendet sehr gerne für die Markierung die Differentiated Services Notation (DSCP)
Beispiel: RTP Traffic (Voice) wird als DSCP EF (46) markiert.
Diese Markierung bleibt dir erhalten, egal ob das Paket über einen Access Port, Trunk oder Routed Interface geht... Wenn du dich nur auf ein Layer-2 Marking verlässt kannst du dir da nicht sicher sein.

Scheduling
Wie geht eine Komponente mit verschiedenen Traffic Klassen um. In was für Verarbeitungsketten (Queues) packe ich den Verkehr, damit z.B. Voice Traffic nicht durch Best Effort Traffic negativ beinflusst wird (Stichwort Strict Priority Queue).

Um alles komplizierter zu machen muss man natürlich schauen was die entsprechende Platform überhaupt kann und wie unterstützt.
Außerdem muss man sich ein QoS Klassifizierungsmodell überlegen oder ein vorhandenes nehmen (z.B. https://www.cisco.com/en/US/technologies/tk543/tk759/technologies_white_paper0900aecd80295a9b.pdf)

Ganz ehrlich... das Thema ist richtig kompliziert und es gibt darauf keine einfachen und schellen Antworten. Bis man das Thema QoS ganzheitlich kapiert hat und dann auch noch die Cisco Platform und Implementierungsspezialitäten muss man wirklich WIRKLICH viel Zeit und nerven investieren.

Und gleich als liebgemeinte Warnung :) Bitte auf keinen Fall die Frage stellen ob jemand kurz eine univerell gültige und funktionierende QoS Konfig über den Zaun werden kann....
1.) Es gibt dafür keine univerell gültige Lösung (meiner Meinung nach)
2.) Wenn ohne weitere Infos und tiefere Diskussion was kommen sollte, ist die Chance dass die Konfig falsch oder suboptimal ist sehr hoch :)
3.) Mit QoS Konfig kann man das Netz wirklich verschlimmbessern, wenn man es falsch deployed und wirklich Stress bekommen (ich sag nur Catalyst Buffer).

Weiterführende Literatur:
- https://clnv.s3.amazonaws.com/2018/eur/pdf/BRKCRS-2501.pdf
- https://www.cisco.com/c/en/us/td/docs/ios/12_2/qos/configuration/guide/fqos_c/qcfintro.pdf
https://www.cisco.com/c/en/us/td/docs/solutions/Enterprise/WAN_and_MAN/QoS_SRND/QoS-SRND-Book.html

Falls das Ganze für den Unternehmenseinsatz ist, würde ich mir dafür einen Consultant holen, der davon wirklich Ahnung hat
Denken ist wie googeln - nur krasser!

OlafG

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Re: CoS Traffic Marking versus Filtering
« Antwort #2 am: 19 Oktober 2018, 14:50:31 »
Danke für dir rasche Rückmeldung.  :-)

Werde mich wohl noch intnsiver damit auseinendersetzen müssen.

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Re: CoS Traffic Marking versus Filtering
« Antwort #2 am: 19 Oktober 2018, 14:50:31 »

 


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